Sabine Carola Pahlke

Liebe & Frieden zwischen Frau & Mann

Reiseführer - Abenteuerland Frau

 


   Ein Reiseführer, geschrieben für Männer & Frauen, da das „Land der Frau“ für viele noch voller Geheimnisse und auch ein Land der unendlichen Möglichkeiten ist. Es zu besuchen und zu erkunden, um den „wahren Schatz“ darin zu finden, gleicht oft einem Abenteuer. Diese Reise braucht Freude am Erforschen, Neugier, Lust am Reisen, Freude am Entdecken von Neuem, Wissbegier, aber auch Mut und Stärke. Der Reiseführer kann dabei ein hilfreicher Wegweiser sein, und führt hin zur Zauberformel: „Sesam öffne dich.“

   Die Autorin wurde beim Schreiben durch schriftliche Feedbacks ihrer weiblichen Mitleserinnen unterstützt und Hans-Jürgen John, bringt die weiblichen Worte auf seine Weise "auf den Punkt".

(Als Taschenbuch & Hörbuch)


KAPITELAUSZUG/Leseprobe:  

Katzenfrau

  Ja, wir Frauen sind schon irgendwie wie Katzen und wir sind vom Charakter her, auch so unterschiedlich wie Katzen es sind. Jenen Frauen, welche zu Katzenschnupfen neigen, welcher Art auch immer, kann ich nur sagen, orientiert euch mal an einer „heilen“ Katze. An einer, die ihr Katzensein so richtig toll lebt. Denn von denen kann man sich echt ein Stückchen was von abschneiden. Katzen sind die besten „Divas“ *grins* und so kann man so viel lernen von ihnen. Sie sind Divas mit Kuschelfaktor & Krallen. Ja und die einen Frauen dürfen lernen sanfter, weicher, anschmiegsamer zu werden und andere dürfen lernen die Krallen zu zeigen. Und Mann darf den Umgang mit Katzenfrauen lernen *lieblächel*.

   Ach ja, Fauchen als Warnung, können Katzen auch gut, dann wenn ihr Miauen nicht verstanden wird, die Körpersprache nicht erkannt und/oder Gefahr herrscht. Wenn also „Mann“ die Sprache einer Katzenfrau nicht versteht, darf sie ihn dahin führen, dass es ihm leichter fällt, sich darin zu üben, sie zu verstehen, anstatt in den alten Gewohnheiten hängen zu bleiben. So dürfen beide Seiten das Thema Kommunikation üben. Sagen, was zu sagen ist und einander wirklich zuhören! Miteinander sprechen, offen und ehrlich, verhindert schlichtweg die Gefahr sich gegenseitig zu verletzen, und bringt Klarheit.

  In meiner Rede auf der Kundgebung gegen sexuellen Missbrauch, sprach ich davon, dass fast jeder Mensch traumatisiert ist. Das fast jeder Mensch, in irgendeiner Form Missbrauch erlebt hat. Sei es sexuell, körperlich, emotional oder seelisch. Das wiederum führt dazu, dass ein einst verletzter Mensch, Mechanismen entwickelt, um sich und sein Herz zu schützen. Vor sich, seiner Angst, seinem Schmerz und seinen Erinnerungen, die noch in ihm sind. Angst vor dem, was auf ihn zukommen könnte, würde er sein Verhalten verändern. Unbewusst, ohne es zu merken, verletzt er dann oft gerade die Menschen, die er lieb gewonnen hat. Und warum? Weil Sie ihm zu nahe gekommen sind und noch näher kommen könnten. Meine Wahrnehmung. Meine Wahrheit. Das heißt nicht, dass ich hier richtig liege.

  Ein verletzter Mensch, kann sich letztendlich nur selbst heilen, in dem er sich seinen „Schatten“, also seinen schmerzvollen Erinnerungen stellt. Wenn eine Frau das tut, und ihren Heilweg geht, wird sie immer mehr zu dieser Katzenfrau, die ich so vor Augen habe. Dennoch mag ich hier sagen, dass es verdammt schwierig ist, diesen Heilweg zu gehen, wenn NICHT fühlende Männer, stets wieder in die Wunden hauen, statt Wundbalsam drauf zustreichen. Ich wünsche mir mehr Männer, welche heilsames Balsam auf die Wunden der Frauen streichen. Aber das können jene Männer, die noch in der Erinnerung des Schmerzes stecken, oder jene, die ihren Schmerz hinter Ignoranz & Distanz verstecken, oder jene, die noch nicht genug Selbstsicherheit in sich tragen, oder, oder, oder, schlichtweg nicht tun, oder sie können es nur für Momente tun. Davon dürfen wir Frauen uns aber nicht stoppen lassen. Unser Heilweg geht weiter. Hin zur Wolfsfrau in uns. Hin zur Katzenfrau in uns. Leben wir die heile Katzenfrau, denn in diesem Kapitel geht es ja darum, werden wir auch anstrengend sein für „Mann“. Denn er wird erfahren, dass eine Katzenfrau nicht nur schmust und schnurrt, sondern auch fauchen und krallen kann. Weil hier heißt es dann für „Mann“, raus aus der Komfortzone. Raus aus dem gewohnten Trott.

  Hier muss ich jetzt grinsen. Eine „gesunde“ Katze, die wird in ihrem Ursprung immer wild bleiben und sie wird sich nicht einsperren lassen. Wild … die wilde Katze, die wilde Katzenfrau. Hier erinnere ich mich an ein Gespräch. Ein lieber guter Freund, sagte vor langer Zeit zu mir: „Ihr Frauen. Ihr wollt immer einen wilden Mann und wenn ihr ihn habt, macht ihr ihn zum Weichei. Wenn er dann eines ist, lasst ihr in stehen und sucht euch den nächsten wilden Mann.“ Heute würde ich ihm sagen: „Ihr Männer. Ihr wollt immer eine wilde Frau und wenn ihr sie habt, verändert ihr sie. Wenn sie verändert ist, sucht ihr euch die nächste wilde Frau.“ Das zeigt mir wieder einmal an, wie schwer es uns fällt, beide Seiten in uns im WIR zu leben. Die sanfte und die wilde Seite. Davon hatten wir es ja schon. Diese beiden Aussagen, schauen wir mal genauer hin, zeigen aber auch an, dass Mann, dass Frau, DAS mit sich machen lässt. Es wird von Außen getan und Mensch lässt es zu. Wenn man sich dessen bewusst ist, wird einem auch klar, dass es an einem selbst liegt, ob man das zulässt oder nicht.

  Die Katzenfrau, so wie sie für mich ist, so wie ich Katzen liebe, lässt sich nicht mehr domestizieren. Sie wird das nicht zulassen. Sie will kein Besitz sein, lässt sich nicht einsperren und schon gar nicht abhängig machen. Die Katzenfrau, ist sich selbst die höchste Instanz und trifft Entscheidungen für sich. Sie ist schlichtweg authentisch und ganz mit ihrem sein. Ja, sie bleibt sich stets treu. Geht Mann „passend“ mit der Katzenfrau um, und akzeptiert, das sie ist, wie sie ist, wird sie es ihm danken und ihn beschenken. Sie wird schnurren und schmusen, die Augen zusammenkneifen, sich auf den Rücken werfen und sich wonnig dehnen. Sie wird sich auf den Rücken werfen, alle Viere von sich strecken und den Bauch zeigen, damit du ihn liebkosen kannst. Den Bauch zu zeigen, ist ein großer Vertrauensbeweis von ihr an dich „Mann“. Der Bauch, der ist so leicht zu verletzen und da sitzen die Gefühle. Die Katze(nfrau) lässt sich nicht nur von dir verwöhnen. Sie gibt auch unendlich viel Zärtlichkeit zurück. Aber eine Katze(nfrau) kann nicht nur Schmusemutantin sein. Sie liebt es ausgelassen und spielerisch zu sein und dann ist sie eine wahre Freude und die absolute Leichtigkeit in ihrem sein. Wenn eine Katze(nfrau), ihre trotzigen Phasen hat, in denen sie sich von „Mann“ nicht wahrgenommen fühlt, braucht sie nur ein paar kleine Aufmerksamkeiten und schon ist alles was geschah vergessen. Sie darf diese Phasen haben, denn sie ist ein Weibchen! Sie präsentiert nun mal die Gefühlswelt, mit all ihren Facetten. Ein weiterer guter Freund sagte einmal zu mir: „Du darfst emotionales Weibchen sein. So ist Frau eben in ihrem Ursprung.“

  Mann, wenn ABER die Katze ihr Fell sträubt, dann fühlt sie sich meist einer Gefahr ausgesetzt. Dann hast du irgendetwas getan, was sie an Altes erinnert hat, etwas das sie einmal verletzt hat und nun wieder verletzt. Alles an ihr sträubt sich und sie zeigt sich wütend und auf Abwehr. Dahinter steht meist einfach nur Angst und Selbstschutz. Wenn sich also eine Katze verletzt fühlt, und sie ihre Krallen zeigt und faucht, und sich ihr Fell sträubt, sollte „Mann“ die Kraft und Gelassenheit haben, ihr das Fell glatt streicheln zu können. Sie wird diese Kraft des Mannes spüren und wird das zulassen. Manchmal geht das ganz schnell und manchmal braucht es auch Ausdauer. Aber wer dran bleibt, wird erfahren, dass eine Katzenfrau, welche ihr Fell sträubt, genau DAS von „Mann“ braucht. Was es bedarf, um das Fell wieder glattzustreicheln ist unterschiedlich, wie Katzenfrauen unterschiedlich sind.

  Eine Katze ist eigentlich so einfach handzuhaben. Wenn die Katzenfrau erkennt, dass sie „Mann“ vertrauen kann, wird sie ihn mit ihrer ganzen Katzenenergie beschenken können. Die Katzenfrau, sie ist für mich ein Teil der „wilden Frau“, und hier an dieser Stelle, da mag ich einen Brief an Mann einfügen, den ich vor bestimmt 10 Jahren geschrieben habe:

  „Wilder kraftvoller Mann“, wo auch immer du bist und wer auch immer du bist: „Ich bin eine wilde, kraftvolle Frau geworden und lasse dich, so wie du bist. Ich will dich nicht zähmen und nicht verändern. Aber ich möchte auch nicht gezähmt und verändert werden. Ich bin endlich zu der Frau geworden, die ich nie sein konnte, weil ich durch „Mann“ als Kind sexuell missbraucht wurde. Weil ich in meinem Leben, immer wieder meine Kraft an „Mann“ abgab, statt für mich an erster Stelle zu sorgen. Weil ich mich nie wagte, mich auch in meiner Wut zu leben und für mich zu sorgen. Wenn meine „Wildheit“ dich reizt, denke daran, dass dazu nicht nur Lust und Leidenschaft gehören, sondern auch Unabhängigkeit und gelebte gesunde Wut. Wir können uns gerne in dieser Wildheit begegnen. Willst du aber auch die sanfte, liebevolle Frau in mir erfahren, dann lerne mir das Fell glattzustreicheln, statt so zu handeln, dass es sich noch mehr sträubt, nur weil du denkst, dass das dazu gehört, um dich machtvoll, wild und frei zu fühlen. Wenn du die sanfte, liebevolle Frau in mir erleben möchtest, zeige mir, dass du mich auch halten kannst, wenn ich mal nicht in meiner Kraft bin, Angst mich überrollt und ich deinen Halt brauche. Denn ich kann nicht immer nur meine Stärke leben. Da wo ich heute stehe, möchte ich erfahren dürfen, dass du mit mir umgehen kannst, egal wie ich bin … damit meine letzte Angst geht, mich in dir „Mann“ zu verlieren - wenn ich mein Herz für dich öffne. Dann erst bin ich in der Lage, dir wirklich zu vertrauen. Dann erst können wir uns gegenüberstehen und uns in gleicher Höhe in die Augen schauen. Jeder frei in seinem Willen. Jeder authentisch. Wissend, wir haben uns nicht getroffen, um uns gegenseitig zu verändern, sondern darin zu unterstützen „sein“ zu dürfen. Dann können wir uns frei von gegenseitigen Erwartungen FREIwillig beschenken.

 

  Wilder Mann - schaffst du es, mich zu nehmen wie ich bin, dann werde ich mit dir versuchen eine Welt der Liebe und Freiheit zu erschaffen, die wir beide zuvor noch nie erlebt haben und wovon wir bisher nur träumen konnten.“

  Ich war so zufrieden damals, als ich diesen Brief geschrieben hatte und heute muss ich schmunzeln. Oh ja, es tat gut diesen Brief zu schreiben, aber es verging noch sehr viel Zeit, bis ich die Katzenfrau leben konnte. Oder anders – die Raubkatzenfrau leben konnte. Ich lud mit diesem damaligen Brief den „wilden Mann“ ein … dabei war ich noch gar nicht die „wilde Frau“. Jene Frau in uns, die wir brauchen, um die hingebungsvolle, sanfte, wahrlich liebende Schmusekatze in uns, angstfrei leben zu können. Aber mir wurde eines Tages, glücklicherweise genau das Erlebnis geschenkt, welches ich brauchte, um die wilde Frau wecken zu können. Ein Erlebnis, da das gesträubte Fell der Katze endlich glatt gestreichelt wurde - von furchtlosem Mann. Eine Erfahrung, die so wichtig war für mich, weil ich von „Mann“ angenommen wurde wie ich war und eben auch mit wahrlich gesträubtem Fell und Angst und Abwehr ihm gegenüber.

  Diese Geschichte hier, welche ich einst schrieb, die gilt für den Alltag, wie auch für die gelebte Sexualität mit Mann. Ich denke, es ist eine Geschichte lesenswert für Frau, als auch für Mann.

  Auch hier wollte eine Mitleserin ihre Worte mit einfließen lassen:

„Ich habe die Katzenfrau gelesen und sehe gerade so viele mir bekannte Katzen vor mir. Alle haben ihre ureigene Persönlichkeit und sind so unterschiedlich, unterschiedlicher können sie nicht sein. Eine legt sich stets vor dir auf den Boden oder hält dir ihr Hinterteil hin. Die andere ist königlich und es reicht nicht einmal für einen Schulterblick. Zwei sind so verängstigt, dass sie sich kaum aus ihrem Versteck wagen und andere schauen neugierig und gehen ihrer Wege.

  Wenn du nicht achtsam bist, fängst du dir halt auch schon mal eine. Du musst die Stimmungen beobachten. So ist es auch mit uns Frauen. Es gibt Amazonen, die wissen, was sie wollen und es gibt die Hausmütterchen, die sich nicht hinterm Herd hervortrauen. Dann gibt es jene, die fest im Leben stehen, aber die Sicherheit in der Nähe erfahren möchten und die Selbstständigen, die liebevoll mit allen umgehen.

  Es liegt an Mann sie königlich zu behandeln, denn er möchte schließlich auch wie ein König behandelt werden.

   „Mann“, beobachte wie sich die Frau verhält und merke dir, was sie mag und was nicht. Nicht nur hören, sondern ZUHÖREN und begreifen. Ignorierst du sie, wird sie dich ignorieren. Lässt du sie am langen Arm verhungern, wird sie dir Möglichkeiten wunderschöner Zweisamkeit entziehen. Alles verläuft nach dem Ursache-Wirkungsprinzip. Also erinnere dich an das bereits Gelesene und sieh sie täglich neu:

  Weil eine Katze frisst das Futter, was sie gestern noch aß heute nicht. Das Futter, dass sie seit Jahren frisst, frisst sie heute auch nicht. Es ist HEUTE, und HEUTE ist euer erstes Kennenlernen und das solange, bis du sie wirklich und aufrichtig liebst.“