Sabine Carola Pahlke

Liebe & Frieden zwischen Frau & Mann

Lara`s Gedichte

2017 - Nachdem nun drei Bände von „Spannende Leichtigkeit“, in welchen die Geschichten aus Lara`s Tagebuch durch mich zu Romanen wurden, veröffentlicht sind, möchte Lara auch ihre Gedichte zeigen.

Gedichte, welche sie vor unendlich langer Zeit schrieb, als sie begann ihre Vergangenheit anzuschauen, die Folgen des sexuellen Missbrauchs zu erkennen, ihr Leben chaotisch und die einstige Partnerschaft schwer wurde.

Gedichte die ihr halfen, sich selbst besser zu verstehen.

Gedichte die so ehrlich und authentisch sind wie ihr Tagebuch.

Ich, die Autorin, habe erneut aus Laras Worten zu den Gedichten, kleine Texte geschrieben und passende Fotos dazu gesucht.

Lara in der Zeit ihrer langjährigen Partnerschaft:

 

 

 

 

 

 

STREIT
Streit, Streit, immer nur Streit.
Missverständnisse, Wut und Schmerz.
Sag mir Seele, wann sind wir bereit,
dies zu ändern, es bricht unser Herz.
Keiner will verletzen, doch es geht mit uns durch,
alles außer Kontrolle, in der Luft hängt Furcht.
Vorsichtiges Überlegen, was man sagt und tut,
doch dann brechen aus, sein Sarkasmus - meine Wut.
Jeder handelt nach seinem Denken,
Emotionen lassen sich nicht mehr lenken.
Alte Verhaltensweisen wollen durchbrochen sein
… und so ist jeder in seiner Verzweiflung allein.
Reden - zerreden - ausdiskutieren,
immer wieder Kontrolle verlieren.
Tränen, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit,
machen sich dann ins uns breit.
Danach nimmt man sich in die Arme,
tröstet sich, wischt ab die Tränen,
und was bleibt … ist das große Sehnen,
nach Vertrauen, Freundschaft und nach Frieden,
sich in die Arme nehmen und wieder lieben.

Lara: „Die Situation zehrte an mir. Ich sah keinen Ausweg und dennoch waren wir beide „Leid“ Tragende. Jeder von uns handelte doch nur so, wie er eben konnte! Beide hatten wir unser Päckchen der Vergangenheit zu tragen, welches unser Verhalten prägte. Wir schafften es nicht dieses schwere Paket abzulegen und etwas an unserer Lage zu verändern. Ich fragte mich damals, wie wir rauskommen sollten, aus diesem schrecklichen Hamsterrad? Ich konnte mich selbst nicht leiden, verstand mich und die Welt nicht mehr.“ 

Wer bin ich?

Wer bin ich, das frage ich mich all zu oft!
Was will ich sein, was wird erhofft?
Wann bin ich „Ich selbst"? Wann spiele ich Rollen?
Wann mach ich was ich will, wann das, was andere von mir wollen?
Wann ist mein Handeln von Macht geprägt?
Wann stehe ich mir selbst im Weg?
Wann ist mein Ego im rechten Maß?
Wann handle ich in Wut, vielleicht sogar Hass?
Wann gebe ich in der Erwartung zurück zu bekommen?
Wann hab ich das letzte Mal mein Herz vernommen?
Wann manipuliere ich, ohne es zu bemerken?
Wann lebe ich wirklich meine Stärken?
Wann weiß ich, was mir das Leben spiegeln will?
Wann kenne ich mein wirkliches Ziel?
Wer bin ich? Wer will ich sein?
Ich schau in mein Inneres, für mich ganz allein.
Suche meine Seele, sie soll mir Antwort geben.
Was hat Sie sich versprochen von diesem Lebe
n?


Lara: „Da stand ich, Lara, und kam in meiner Partnerschaft nicht weiter. Ich konnte meinen Liebsten nicht verlassen, aber ich konnte auch nicht bleiben. Gar nichts mehr, verstand ich. Warum geschah das alles in meinem Leben? Ich wehrte mich. Ich rebellierte. Aber vor allem und das war so wichtig für mich, begann ich für mich selbst zu sorgen. Endlich übte ich mich darin, mich an erste Stelle zu setzen. Das war neu für mich. Es war schwierig, anstrengend und so erschöpfend. Dennoch gab ich nicht auf. Ich musste das ändern. Es ging so nicht weiter. Es darf nicht sein, dass jeder andere wichtiger war für mich, als ich selbst … nur weil ich geliebt werden wollte. Immer war ich für andere da, nur für mich nicht. Überall wirkte ich, damit ich geliebt werde, statt mich selbst zu lieben, so wie ich bin. Ich war da und zur Stelle, selbst wenn es mir selbst schlecht ging. Ich übernahm Verantwortlichkeiten, die nicht die meine waren. Letztendlich nahm ich dadurch auch dem anderen seine Verantwortlichkeit für sich selbst. Vieles wurde mir klar und der Wandel begann.

  Ich wollte das so nicht mehr und ich konnte es so nicht mehr. Ich wurde als egoistisch bezeichnet und ich sagte mir: „Wenn es egoistisch ist, endlich für mich selbst da zu sein, dann bin ich es eben.“ Da jeder die alte liebe Lara behalten wollte, blieb mir gar nichts übrig, als um mich zu schlagen und mir den Weg zu mir selbst frei zu machen. Ich musste darum kämpfen! Aber ich wusste auch, dass der Tag kommen wird, da ich meine Balance finden werde. Ich wusste die Gegenwehr wird weniger werden, was für mich bedeuten würde, dass auch mein Wandel leichter werden würde. Ja - irgendwann!

DER MITTELWEG - DIE MITTE

Vieles will ich lernen, viel gibt es zu tun.
Eigentlich will ich aber nur entspannen und ruhn.
Bin mit meiner Kraft am Ende,
warte auf die große Wende,
die mir klar den Weg dannn weist,
der das große Glück verheißt!
Doch was tu ich, bis dies geschieht?
Komme mir vor, wie ein Verräter und Dieb.
Nehme mir, was ich nehmen will,
verletze Menschen auf dem Weg zum Ziel.
So viel Leid und Schmerz.
So viel Wut in meinem Herz.
Doch ich muss diesen Weg weitergehen,
kann ich`s selbst auch nicht verstehen.
Wie kann ich Freiheit erreichen, ohne Schmerz zuzufügen?
Wie lerne ich mich in Geduld zu üben?
Wie kann ich Emotionen kontrollieren?
Wie lerne ich, mich in ihnen nicht zu verlieren?
Ich will nicht ersticken. Ich ringe nach Luft!
Bin eingesperrt - in meiner eigenen Gruft.
Ich will hier raus und suche das Licht!
Doch find ich nicht meine Mitte
finde ich mich nicht!


 Lara: „Ich dachte über mich und mein Leben nach. Immer nur wollte ich alles richtig machen. Perfekt wollte ich sein - für andere. Diese Erkenntnis war grausam für mich. Ich ordnete mich Regeln unter und richtete mich danach. Ich ließ mich lenken von jedem und allem, nur nicht von mir selbst … und verlor die Verbindung zu meinem inneren Kind und damit meine Leichtigkeit. Ich fragte mich, wann das endlich aufhört.“


 „ DIE ANDEREN"

Warum frage ich mich immer, was die anderen wohl denken?
Warum lasse ich mich dermaßen davon lenken?
Warum kann ich nicht einfach „Tanzen im Regen?"
Wie ein Kind, lachend in die Pfützen treten?
Ich schau mich erst um!!!
Die anderen könnten ja denken: „Ist die dumm!“
Warum ist es peinlich, wenn man stolpert und fällt?
Was interessiert mich eigentlich der Rest der Welt?
Geht das Auto plötzlich an der Ampel aus -
oh je!!!! Das darf nicht sein - oh Graus!!
Warum frag ich mich immer, was die anderen wohl denken?"
Warum lass ich mich dermaßen davon lenken?

 Lara: „Ich erkannte so viel, doch mich zu verändern, das fiel mir schwer. Es schien mir unmöglich zu sein. Außerdem konnte ich doch nicht den Mann verlassen, den ich liebte, nur weil es gerade so unschön lief. Ein Leben ohne ihn konnte ich mir einfach nicht vorstellen. Mein Verhalten, mein Handeln, mein Denken … alles war so eingefahren und so vertraut. Es war so schwer, es einfach mal so abzuschütteln. Trotzdem gab ich nicht auf, tauchte weiter ein in meine Vergangenheit. Keiner konnte mir dabei helfen, weil ich die mich liebenden Menschen an ihre Grenzen brachte. Es war eine bittere Erkenntnis zu sehen, dass sie in ihren Ängsten genauso gefangen waren wie ich. Dass sie genauso geprägt waren von Vergangenem wie ich. Mich zu unterstützen hätte bedeutet, die eigene Furcht anschauen zu müssen. So kamen gute Ratschläge, aber keine wirkliche Hilfe. Gute Rat-SCHLÄGE, welche ich als Knüppel empfand, welche mir in den Weg geworfen wurden. Doch "sie" konnten nicht anders, wie ich nicht anders konnte. Sie wollten mir nur gut, weil "sie" mich liebten. Alles staute sich in mir an, suchte einen Weg und ich fühlte mich so alleine.“

 

TRÄNEN …

Tränen …
Sie drohen mich zu ersticken,
schießen mir in die Augen,
versuchen mir die Sicht zu rauben.

Tränen …
Ich will sie nicht mehr,
sie werden mir zu viel,
wegschlucken ist mein neues Ziel.

Tränen …
So leicht lassen sie sich nicht,
sie stauen sich im Hals, schnüren ihn zu,
nein - so leicht findet man keine Ruh.

Tränen …
Was wollt ihr denn von mir?
Ihr droht mich zu ersticken,
ihr versucht mein Herz zu erdrücken.

Tränen …
Sie wollen fließen,
ungehindert mit ganzer Kraft,
doch Tränenfluss, auch wieder neue Tränen schafft.

Tränen …

die zu einem Ozean werden wollen,

damit das Herz frei wird,

und die Liebe es ziert.


Lara: „Immer wieder und wieder, fragte ich mich, was ich tun kann, damit das Leben leichter werden konnte. Langsam nur begann ich etwas zu begreifen, und dafür wollte ich noch einmal eintauchen in die Vergangenheit. Mir wurde bewusst, da wo die Angst ist, da geht es lang. Ich musste hinschauen was einst geschah, als ich den Missbrauch erlebte. Ich musste erfahren, was das Erlebte mit mir gemacht hat. Es gab keine andere Lösung. Angst und Depressionen wollten mich auffressen und das durfte ich nicht zulassen. Mein persönlicher Albtraum war so schlimm geworden, dass ich mir dachte, noch schlimmer kann es ja gar nicht werden.“

ANGST- DEPRESSIONEN

Immer mehr verstand ich, was sie mir sagen wollten, diese Worte.
Sie brachten mich an für mich fremde Orte.
Alte Erinnerungen … verdrängte Emotionen,
ich betrat für mich angstvolle Zonen.
Wollte nicht wissen, erkennen, verstehen,
wollte nicht in meine Seele sehen.
Das Herz tat doch so weh. Die Angst, die schloss es ein,
Krankheit nahm zu und ich fühlte mich allein.

Es half nichts, meine Augen zu verbinden
und zu versuchen, sich aus diesem Albtraum zu winden.
Nur tiefer wurde dadurch der Schmerz
und bohrte sich wie ein Messer in Seele und Herz.
Angst - Depressionen - Suche nach Sinn.
Wo führt mich dieser Weg wohl hin?
Plötzlich wurde mir klar und ich konnte verstehen!
Gehe ich diesen Weg weiter, werd ich mein eigenes Grab sehen.

Verzweiflung, Selbstqual und fehlender Lebenssinn,
aber auch Hoffnung im tiefsten Leid.
Man sieht das Licht am Ende des Tunnels nur dann,

ist man dazu bereit.Das Licht - das bin ICH … so wie ich bin!
ICH gebe meinem Leben SINN!
ICH schaffe mir die Welt, in der ich lebe!
So wie ich zurückbekomme, das was ich gebe!
Ich möchte mich lieben und mich mit all meinen Schwächen verstehen.
Wenn ich mich liebe, habe ich mein Licht erreicht,
das mir den richtigen Weg dann weist.



Lara: „Ich wollte nicht festhängen, in dieser Welt der Angst und Depressionen und versuchte weiter den Weg hinaus zu finden. Trotz all der Hindernisse, die da waren. Trotz all der Verzweiflung. Ich wollte mir ein neues Leben weben.“



WANDEL

Sonne, Regen und wieder Sonne.

Ein unbeständiger Sommer,
wie meine Gefühle in diesem Jahr.

Das Wetter, es kann sich nicht entscheiden,
mal sind da Wolken, mal ist der Himmel klar.

Nichts ist mehr, wie es früher war,
keine Stabilität mehr in den Jahreszeiten,
alles im Leben ist Wandel - das ist klar.
Wir können das Wetter nicht bestimmen,
es wird gelenkt von fremder Hand.
Können vieles im Leben nicht erzwingen,
so wie „es“ verknüpft auch der Liebe zarte Band.

Manches können wir versuchen zu gestalten,
doch das Meiste auf unserem Weg ist vorbestimmt.
Die Fäden des Schicksals von unserer Seite gehalten,
uns irgendwann auf den richtigen Weg bringt.

Versteht man dies nicht, kann man tun, was man will.
Dann bricht der Winter ein - eine eisige Zeit!
Bis man erkennt und in sich schaut ganz still,
was die Seele für einen hält bereit.

Dann aber beginnt man zu blühen,
die Seele kann wachsen und gedeihen.
Der Frühling, man beginnt ihn in sich zu fühlen,
der Sommer wird dann Flügel verleihen.Ich weiß nicht, wann ich fliegen werde.
Ich bin noch lange nicht soweit.
Noch bin ich ein Schaf inmitten der Herde.
Doch ich bin zum Ausbruch bereit.


 Lara: „So war ich ein Schaf in der Herde, wurde kränker und kränker und musste in eine Klinik gehen. Das war eine gute Entscheidung. In mir war so viel Wut und mein Partner bekam sie ab. Mir war bewusst, dass dies nicht gerecht war, denn ihm stand nur ein Teil meiner Wut zu, aber nicht alles. Tief in mir spürte ich, dass das eine viel ältere Wut war, die er letztendlich nur in mir geweckt hatte. Es war mir nicht möglich, zu erkennen, wo die Wut herkam. Aber vielleicht hatte ich ja auch einfach nur Angst, noch tiefer in mein Unterbewusstsein einzutauchen. Ich weiß es bis heute nicht. Verzweifelt war ich und immer noch auf der Suche, nach einem Ausweg. Ich hatte Angst vor meiner Wut. Angst, dass sie durchgeht. Angst, dass sie mich kontrolliert. Wo kam das her? Wie konnte ich lernen mit ihr auf gesunde Weise umzugehen? Und ich erinnerte mich, dass ich nie wütend war. Ich erinnerte mich, dass mir auch immer gesagt wurde, dass Wut schlecht ist. Also darf ich doch gar nicht wütend sein - oder? Aber ich spürte auch, dass hinter dieser Wut, ein tiefer Schmerz und eine tiefe Wunde, darauf warteten von mir entdeckt zu werden.“

WUT …
GRENZENLOS, NICHT ZU KONTROLLIEREN!
WO KOMMT SIE HER?
MACHT MIR DAS LEBEN SCHWER.

WUT …
KANN MICH NICHT MEHR ERKENNEN.
FRISST MICH VON INNEN AUF.
FINDET KEINEN WEG HINAUS.

WUT …
ÜBER MEIN HANDELN, MEINE INNERE KÄLTE.
KANN SIE NICHT ERKENNEN.
KANN SIE NICHT BEIM NAMEN NENNEN.

 

Lara: „Trotz all der Ereignisse, welche mich tiefer und tiefer ziehen wollten, gab es auch Highlights. Ja, wundervolle Momente und spirituelle Erlebnisse, welche mir bei all meinem inneren Chaos der Aufarbeitung und Selbstfindung, Halt gaben. Welche die Hoffnung zu mir zurückbrachten. Augenblicke, in denen ich eine Kraft in mir spürte, welche mich immer wieder aufstehen ließ und mir die Stärke gab, in Themen, die sich zeigten, einzutauchen. Ich weiß nicht, wie ich es bezeichnen soll. Sei es Glaube, Vertrauen, was auch immer, es brachte mich dazu, mich innerlich noch ein Stückchen aufzurichten und mich für das einzusetzen, was für MICH richtig war. Hier wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass die Wut auch eine Kraft in mir weckte, welche mir half meinen Weg weiterzugehen.“

GRÄBER DER VERGANGENHEIT

In meinem Leben ein Wunder geschah.
Ich begann wirklich „meinen Weg“ zu gehen.
Er lag vor mir und das ganz klar.

Manch einer wollte dies nicht akzeptieren.
Magie, Gott, das Universum, Spiritualität?
Hier würde man doch nur seinen Weg verlieren!

Es hieß:„Lass alte Dinge ruh`n, grab sie nicht aus!"
Doch ich öffnete die Gräber und war froh,
denn endlich konnte der Schmerz hinaus.

Betrachtete Dinge, die ich hatte verdrängt.
Es war nicht leicht in die Tiefe der Seele zu schauen,
doch so sehr haben diese Gräber, mein Leben eingeengt.

Reinigen, loslassen - die Erinnerungen, den Schmerz.
Hinsehen, erkennen und noch mal durchleben,
das erleichtert Seele und Herz.



Lara:„ Ich kann nicht beschreiben und nicht verständlich machen, warum es sich manchmal lohnt, durch die Hölle zu gehen. Nur wer dies selbst erlebt hat, wird mich verstehen. Meine Klinikauszeit kam. Hier hatte ich viel Zeit zum Nachdenken, aber vor allem Zeit für MICH. Es war ein so neues wundervolles Gefühl, einen Tag ganz nach MEINEN Wünschen zu gestalten. Ich fühlte mich wohl, doch sofort kamen die Schuldgefühle, dem Mann gegenüber, den ich liebte. Aber frei von jeglicher Verantwortung zu sein, ohne Streit, ohne Diskussionen, ohne Rücksichtnahme und überhaupt … das war stärker als jedes Schuldgefühl. Ich war alleine und konnte tun und lassen, was ich wollte - unglaublich. Das war eindeutig die damals beste Medizin für mich. Doch dann geschah etwas …

  Ich schaute in die Augen eines Mannes und bekam Angst. Angst weil ich mich diesem mir fremden Mann nahe fühlte, obwohl ich ihn nicht kannte. Seine Ausstrahlung war ruhig, in sich gekehrt und warm. Wer mein Tagebuch kennt, weil er das Buch „Spannende Leichtigkeit“ von Sabine gelesen hat, wird wissen, wer dieser Mann war - Mike.

  Zwischen ihm und mir entwickelte sich eine seltsame Freundschaft. Wir suchten Nähe und vermieden sie gleichzeitig. Wir lachten, spielten Karten und redeten - schön auf Abstand bleibend. Je näher mein Abreisetag kam, desto mehr Angst bekam ich, nach Hause in meinen derzeitigen Alltag fahren zu müssen.

  Der letzte Tag kam und ich erhielt einen Brief von ihm, welcher beschrieb, was ich all die Zeit fühlte und nie gewagt hätte mitzuteilen. Ich war sehr erstaunt, wo wir doch so auf Abstand zueinander geblieben waren.

  Mit all der Verwirrung fuhr ich nach Hause und das Chaos war perfekt. Wie sollte ich mich nun, nach dieser Zeit nur mit mir, zurechtfinden in diesem Leben hier? Es fiel mir so schwer. Da ich meinen Partner liebte, gab ich mein Bestes. Doch leider geschah dann noch etwas. Ich erfuhr etwas, was den Mann an meiner Seite betraf … das ist im Buch zu lesen.

  Zwei Monate später kam es zu einem Treffen mit Menschen, die ich in der Klinik kennengelernt hatte. Mike war auch da. Ich stand ihm gegenüber und alle Moral, alle Schuldgefühle fielen von mir ab und wir liebten uns für ein Wochenende. Er beschenkte mich mit Wärme und Geborgenheit. Das was ich zu diesem Zeitpunkt zutiefst brauchte.

  Natürlich hatte ich ein Problem. Man kann und darf doch nicht zwei Männer lieben. Ich erkannte mich selbst nicht mehr wieder. Was hatte dieser mir doch fremde Mann in mir angerührt? Was nur? Ich fing an mir Gedanken über die Liebe zu machen. Zog mich immer mehr zurück. So viel Schmerz. So viel Einsamkeit. Mein Mann reichte mir die Hand, dass was ich mir so sehnlich gewünscht hatte und ich konnte sie nicht annehmen. Ich war verwirrt.

SEHNSUCHT

Wenn ich nur wüsste, nach was ich mich wirklich sehne.
Fühle mich manchmal so leer.
Alles fällt mir dann schwer.

Weiß nicht ob meine Träume, Schäume sind,
doch die Sehnsucht, sie ist da.
Ist sie falsch? Ist sie wahr?

Kann ich meinem Herzen vertrauen?
Angst beherrscht mein Leben.
Warum kann ich nicht einfach nur „Liebe“ leben?

Seine Hände werden mir doch gereicht.
Warum kann ich sie nicht nehmen?
Wohin treibt mich nur mein Sehnen?

 

Liebe …
Sie hat viele Gesichter.
Man fühlt sie in der Seele und im Herz.
Sie bringt Glück, doch manchmal auch Schmerz.


Nicht wir wählen sie, nein, sie findet uns,
und man sollte sie nicht verdrängen!
Wichtig ist es, die Gefühle anzunehmen und das Herz nicht einzuengen.


Wenn du die Liebe spürst,
ist sie nicht „falsch" zu titulieren.
Liebe ist und bleibt im Herzen, man kann sie nicht verlieren.


Ab und an, treibt sie ein seltsames Spiel.
Nicht immer kann man sie verstehen.
Manchmal scheint Sie einfach komplizierte Wege zu gehen.


Schmerzvoll, wenn sie nicht erwidert wird.
Traurig, wenn sie nicht zu leben ist.
Grausam, wenn der Tod nimmt dieses Licht.


ABER:
Ist es nicht besser zu lieben und zu verlieren, als überhaupt nie geliebt zu haben?
Ein Leben ohne Liebe & Risiko, wäre ein Leben im Stillstand -
denn das größte Wagnis des Lebens, ist das Wagnis der Liebe!


Lara: „So konnte das alles nicht weitergehen. Mike war nicht mehr in meinem Leben. Punkt. Hier, da wo ich war, galt es Dinge zu regeln. Ich wollte den Weg mit meinem Partner gehen. So schrieb ich ihm ein Gedicht.“



EIN NEUER VERSUCH

Geben wir uns die Chance für einen neuen Start,
Kommunikation von Herzen, nicht mehr so hart.


Offenheit, Ehrlichkeit …
dazu gehören weder Kontrolle, noch Bedürftigkeit.


Sich selbst sein, dies verständlich machen,
ohne Angst sich erklären, warum passiert sind bestimmte Sachen.


Wir haben sehr früh etwas verloren - alle beide,
die Verletzungen prägen noch immer das heute.

 

Wir haben aus Schutz unser Herz isoliert,
FÜHLST DU NICHT, WIE DAS KIND IN DIR FRIERT???


Es will, das wir uns um es kümmern,

es lieben, ihm Geborgenheit geben,
zärtlich zu ihm sind, mit ihm spielen

und teilnehmen lassen am Leben.


Doch dafür müssen wir zurück, zu dem Kind, das wir mal waren.
Den Schmerz noch mal spüren. Ihn noch mal erfahren.


Das, was wir damals verloren haben,

kann uns niemand wieder geben,
wir selbst müssen das Kind in uns

lieben und pflegen.


Dann geht man aus der Erwartung heraus,

vom Partner das zu bekommen,
was uns in der Kindheit schon wurde genommen.


Dann sind wir bereit zu geben und zu nehmen,
dann hört es auf, dieses stille Sehnen.


Dann können wir lieben, weil wir uns selbst gefunden haben,
Selbstliebe, Selbstwert … keine Angst mehr zu versagen.


 Lara: „Er las mein Gedicht an ihn, über das innere Kind und sagte nichts dazu. Ich dachte mir, dass er damit nichts anfangen kann, was mich nicht daran hindern sollte, anzufangen für mein inneres Kind zu sorgen. Doch wollen und können, sind zwei Paar Schuhe. Ich wusste die Kleine in mir, welche den Missbrauch erfahren hat, die braucht mich, doch ich konnte nicht für sie da sein. So wie mein Liebster auch nicht für seinen Kleinen da sein konnte. Wir waren nicht „erwachsen“ genug, um uns um diesen inneren verletzten Anteil zu kümmern.

  Mir stellte sich die Frage, wie sollten zwei nicht Erwachsene, also verletzte Kinder, sich gegenseitig helfen? Wir beide glaubten, nicht wert zu sein, geliebt zu werden. Wir beide suchten Liebe, Wärme und Geborgenheit … beim Anderen.

  So übte ich mich darin, für mich und für ihn dazusein. Parallel dazu, versuchte ich Heilung in meine Missbrauchserfahrung zu bringen. Er versuchte mir zu helfen, aber ich wusste ja gar nicht, was ich von ihm brauchte … woher sollte er es also wissen? Leider war er mehr mit mir, statt mit sich beschäftigt.

  Letztendlich aber versuchte ich, neben dem Heilweg den ich ging, auch noch das WIR aufrechtzuerhalten, weiter zu funktionieren, zu arbeiten und dann auch noch meine zweite Liebe zu vergessen. Dabei wurde ich kränker und kränker.

   Innerlich war ich total zerrissen, von den Anforderungen an mich selbst und dem Druck, den ich von Außen wahrnahm. Drei Jahre später fiel der letzte Tropfen auf ein Fass, welches definitiv voll war. Ein Nervenzusammenbruch brachte mich in eine psychosomatische Klinik. Es waren wichtige 7 Wochen in meinem Leben. Ich erfuhr, dass ich wütend sein darf und dass Wut sogar gut ist. Ich erfuhr, dass ich weinen durfte und Tränen wichtig sind. Ich erfuhr, dass ich nicht immer die starke Frau sein muss und noch so viel mehr. Aber vor allem traf ich das erste Mal mein inneres Kind.

   Wieder zu Hause traf ich eine Entscheidung. Ich musste gehen. Egal wie schwer es für mich war. Auch wenn ich den Mann an meiner Seite liebte. Wir lebten in einer coabhängigen Beziehung, ohne es bemerkt zu haben und so wollte und konnte ich nicht mehr leben. Ich ging, obwohl es mir schier mein Herz zerriss.


TRENNUNG

Frieden finde ich nun in mir, tief drinnen in meinem Herz
und er breitet sich aus von Tag zu Tag,
…. so geht auch langsam der Schmerz.

Lange Zeit habe ich meiner inneren Stimme nicht vertraut,
bin den alten ausgetretenen Pfad weitergegangen.
… er hat mir immer wieder Kraft geraubt.

Doch ich habe gelernt, bin klüger geworden,
hab den Lernprozess wohl gebraucht.
… und Erfahrungen daraus erworben.

Unbekannt und noch fremd für mein Sein
gehe ich nun neue Wege.
… und meine Seele kommt langsam heim.


Lara: „Drei Monate waren vergangen. Ich spürte wieder Lebensfreude und Aufbruchsstimmung. Gleichzeitig war da aber auch Angst, weil ich nicht wusste was sich mir alles zeigen würde, wenn ich tiefer in die Themen des erlebten Missbrauchs gehen würde.“








WEITERGEHEN

Weitergehen,
den nächsten Schritt wagen,
der Angst begegnen,
… nicht flüchten.

Weitergehen,
den nächsten Schritt wagen,
die Angst anschauen,
… nicht verzagen.

Weitergehen,
den nächsten Schritt wagen,
die Angst spüren,
… innehalten.

Weitergehen,
den nächsten Schritt wagen,
den Ursprung erkennen,
… annehmen.

Weitergehen,
den nächsten Schritt wagen,
die Angst gehen lassen,
… Frieden finden.


 Lara: „Wohl fühlte ich mich in meiner neuen Wohnung, in welcher ich dann alleine lebte. Es war ein Ort, der mir Geborgenheit schenkte. Eine Weile war das Gefühl der Freiheit und Erleichterung größer, als die Sehnsucht nach meinem Partner, den ich verlassen hatte. Mir wurde schnell klar, dass obwohl ich ihn liebte, ich so nicht mehr leben konnte und meine Entscheidung zu gehen, richtig war.

  Ich brauchte die Zeit für mich, um mich zu finden. Für ihn war es sehr schwer, doch ich konnte ihm nicht helfen. Ich verschwand nicht von heute auf morgen, sondern nach Prozessen im Miteinander, die ein paar Jahre dauerten und uns nicht wirklich weiterbrachten.

  Da saß ich in meinen Räumen und plötzlich flogen mir Antworten zu. Mein Verstand begann vieles, was den Missbrauch betraf, zu verstehen. Auch wurde mir bewusst, warum ich Mike begegnen sollte. Durch ihn erfuhr ich, was mir fehlte. Aber das was mir fehlte, das hatte ich seit meiner Kindheit nicht mehr erfahren. Es war etwas Essenzielles, denn bei ihm konnte ich einfach nur „ich“ sein. Er beschenkte mich und er hatte keine Erwartungen an mich. Er war so, wie ich immer zu anderen war. Das war eine neue Erfahrung für mich. Aber es gab ihn ja nicht mehr in meinem Leben und ich fragte mich, ob er vielleicht nur eine Illusion war.

ILLUSIONEN

Illusionen …
selbst erschaffene Gedankenschlösser,
halten gefangen,
verhindern Klarheit.

Illusionen …
kreiert von Angst und Verstand,
erschaffen Welten,
fernab von Wahrheit.

Illusionen …
lösen sich auf wie eine Fata Morgana,
ganz leicht zu erkennen,
wenn man beginnt mit dem Herzen zu denken.


Lara: „Erneut hatte ich etwas erkannt. Mike war mir begegnet, um mir zu zeigen, was mir letztendlich mein Leben lang gefehlt hatte. Er verschwand wieder, damit ich es mir selbst zu geben lerne. Diese Erkenntnis machte die Situation nicht leichter für mich. Außerdem holten mich natürlich die schönen Erinnerungen ein, was meinen Partner betraf, den ich verlassen hatte. Immer wieder sagte ich mir zu, dass meine Entscheidung richtig war. Ich brauchte einfach nur Zeit, damit der Trennungsschmerz heilen konnte. So grub ich weiter, in den Gräbern der Vergangenheit.“




ÜBERGANG

Alte Erinnerungen noch da und neues Leben beginnt.
Werde zu einer Frau, welche sorgt für ihr inneres Kind.

Nachts heilende Träume - Kampf und Sieg über die Vergangenheit.
Klarheit, Auflösung … bin ich auch im realen Leben dazu bereit?


Die neue Frau, ich spüre ihre Kraft. Jeden Tag ein Stückchen mehr.
Lebendigkeit, Lebensfreude … das wünsch ich mir gerade sehr.

Das, was die Seele ihr Nachts schon schenkt,
tagsüber ihre Handlungen lenkt.


Immer dann, wenn sie alte Angst spürt,
die Erinnerung an ihre Träume, ihr sein berührt.

Mutig wie in der Nacht -
sie am Tag über sich wacht.


So atmet sie tief ein und lässt die Angst wieder gehen,
voll Vertrauen ist sie bereit, das Neue zu sehen.

Im Herzen spürt sie, was richtig ist und gut
und so entwickelt sie weiter ihren Mut.


Heilung bedeutet - weiter marschieren,
und sich nicht mehr in der Vergangenheit verlieren.

 

Lara: „Das Leben wurde nun neu gelebt, und nach mehr als einem Jahr der Trennung, beschloss ich, dass dazu auch neue Erfahrungen mit „Mann“ dazugehörten. Viel Scheu spürte ich und mutig war ich hier wahrlich nicht. Das Flirten hatte ich verlernt und nur langsam entdeckte ich die Welt als Single auf neue Weise. Ich bemerkte, dass ich mich als „Frau“ nicht wirklich kannte. Ich bemerkte, dass ich Männer nicht wirklich kannte. Eine spannende und intensive Zeit begann. Hier hatte ich auch den Mut mich bei Mike zu melden, doch er reagierte nicht auf mich. Ich aber wollte meine Sexualität wieder leben, wollte mich verlieben und mein Wunsch wurde erfüllt. Wer den ersten Roman „Spannende Leichtigkeit“ gelesen hat, weiß, dass es sich hier um Johannes handelt. So genoss ich das Leben ganze vier Wochen mit ihm und er verschwand plötzlich wieder. Doch ich wusste er würde wiederkommen. So schrieb ich auch ihm Worte nieder - für später.

 

MEIN WEG

Lange war der Weg zu mir, wie ich jetzt bin.
Manchmal dachte ich nie anzukommen.
Viel Altes, Schmerzvolles habe ich angeschaut,
und habe es als Vergangenheit angenommen.
Viele Abzweigungen bin ich gegangen,
um zu lernen, was zu lernen war.
Viele Pausen habe ich eingelegt,
doch mein Ziel war mir stets klar.
Immer wieder bin ich aufgestanden,
hab meine Kraft erneut aktiviert,

habe Knüppel beiseite geräumt,
fühlte mich oft einsam und isoliert.


Doch mit jedem überwinden meiner Angst,
ging ich mehr in meine Kraft.
Jedes Mal war ich so stolz,
abermals war eine Hürde geschafft.


Vieles blieb in meinem Halse stecken,
habe meine Wut mir angeschaut.
Verzieh mir und den anderen
und habe Menschen wieder vertraut.


Machtspiele …

die wollte ich nicht mehr.
Schuldgefühle, Vorwürfe, Opferrolle,
krank machte mich das zu sehr.


Ich wollte fühlen, wer ich wirklich war,
wollte wissen, für was ich hier auf Erden bin.
Ich hatte Sehnsucht nach Leichtigkeit und Glück,
suchte nach meines Lebens Sinn.


Irgendwann spürte ich, dass alles leichter wird,
die Fröhlichkeit kam in mein Leben zurück.
Ich spürte im Herz wieder Lebendigkeit
und langsam nahm ich an, mein Glück.


Doch dann wollte die Frau in mir mehr,
so viel Sehnsucht in meinem Herz.
Einige Wunden waren verheilt,
weggezogen viel alter Schmerz.


Ich spürte wie sich Sanftmut in mir verströmte,
Gelassenheit und Verständnis kamen dazu.
Weichheit und ein offenes, liebendes Herz,
brachten mir notwendige Ruh.


Ich spürte Frieden in mir ganz tief,
war voll Vertrauen und Glaube an mich.
Ich gab alles ab in Gottes Hand
… und dann traf ich Dich …

Du warst einfach da
und alles fühlte sich richtig an.
Das was ich mir wünschte,
gabst du mir als Mann.


Voll Vertrauen nahm ich dich mit in mein Bett,
ohne Scheu war ich „nackt“ vor dir.
Ich gab mich dir hin,
das kannte ich „so“ nicht von mir.


Ich spürte „mein Wunschkönig" ist nun in meinem Leben,
sofort kam die Angst in mir, vor Verletzlichkeit.
Ich schicke sie weg und handelte neu
… denn ich dachte, ich bin bereit.


Du brachtest Freude und Leichtigkeit zu mir,
Verständnis, Toleranz, Lebendigkeit und Sinnlichkeit
ich schaute dir in die Augen
… und war soweit.


Du hast die Frau in mir erneut geweckt,
die ich zuvor nie wagte wirklich zu leben.
Hast eine Kraft in mir aktiviert,
die mir von Gott war doch mitgegeben.


In deinen Händen schmolz ich dahin,
zitterte am ganzen Leib.
In deinen Küssen verlor ich mich,
… war für Hingabe bereit.


In deinen Armen rang ich nach Luft,
bekam nicht genug, von dem, was du bereit warst mir zu schenken.
Mein Schoß war feucht und willig,
… es war so schön, einfach nicht zu „denken".


Es war herrlich deinen Körper zu spüren,
dich zu liebkosen und dich zu schmecken.
Mit dir zu spielen
und dich zu entdecken.


Vier Wochen wie ein Traum …
kaum zu glauben, kaum zu greifen.
Trotz allem, was an Angst da war,
schienen wir gemeinsam zu wachsen und zu reifen.


Ich wurde zu einer neuen Frau,
in meinem Handeln und in meinem Sein.
Wurde noch sanfter, friedlicher, liebevoller,
erkannte auch: „Ich bin gar nicht „klein“.“


Dann saß ich auf meinen Thron,
mein Herz war weit offen.
Kraftvoll und doch verletzlich,
begann ich wieder zu hoffen.

So schnell wie du in mein Leben kamst,
so solltest du auch wieder gehen.
Mein Herz tat dabei unglaublich weh,
doch ich ließ alles geschehen.


Voll Traurigkeit und Schmerz
blieb ich im Vertrauen.
Stand gelassen in meiner Mitte,
mit dem Wissen auf Gott kann ich bauen.


Ich möchte dir doch zeigen
du kannst du selbst sein, auch an meiner Seite.
Jeder für sich und doch gemeinsam
verwandeln wir uns in zwei Adler, die fliegen in die Weite …

 

 Lara: „Johannes kam nach seinem Abtauchen wieder zu mir zurück. Ich war so glücklich. Dennoch war es weiter eine Achterbahnfahrt vom Allerfeinsten mit ihm. Was hatte ich mir hier nur für einen Mann ausgesucht? Warum hatte ich ihn in mein Leben eingeladen? So sehr ich ihn liebte, es fiel mir manchmal so schwer mit ihm zu sein. Wir waren uns so ähnlich und beide hatten wir Angst vor dem, was zwischen uns geschah. Was sollte ich durch ihn lernen? Nun er traute dem allem nicht, was er mit mir erfahren durfte. Er glaubte nicht daran, dass er geliebt wurde - trotz allem was geschah. Und wie war das bei mir? Hier wurde mir etwas klar. Es gab in mir auch einen Boykotteur und ich nannte ihn: „Mein mich kontrollierender Verstand“. In ihm war meine Vergangenheit abgespeichert und er rief immer wieder die gleichen Programme auf. Ich aber wollte nicht, dass er mich weiter kontrolliert. Ich wollte die Tür aufmachen für das Glück …

Hier sitze ich …
und erkenne, dass nichts wirklich in meiner Hand liegt.


Hier sitze ich…
und erkenne, dass es nichts wirklich zu tun gibt…

außer vertrauensvoll die Hände zu öffnen und bereit zu sein,
die Geschenke des Lebens anzunehmen.

 

Lara: „Einfach nur dasitzen und voll Vertrauen die Hände öffnen, damit das Leben mich beschenken kann? Das ging so gar nicht. Vor allem nicht mit diesem Mann Johannes, welcher mich wahrlich an meine Grenzen brachte. Das zwischen uns war so intensiv, so nah, so nicht in Worte zu fassen, dass wir beide Angst hatten, wenn wir es in einer Beziehung leben würden, täten wir DAS verlieren. Und wie einst in meiner Partnerschaft, erschien plötzlich wieder Mike, jener Mann, welcher mir vom ersten Augen-Blick an so vertraut war. Erneut kam er in mein Leben, um mich zu erinnern, was ich wirklich suchte und brauchte. Sofort wollte ich die Hände öffnen und mich vom Leben und von ihm beschenken lassen. Doch meine innere Richterin hob ihren Finger und verbot es mir. So setzte ich mich auseinander mit den Thema Moral. Ich fragte mich, ob ich mich beschenken lassen darf, oder ob ich mich richten muss, nach dem, was uns die Gesellschaft lehrte. Mein Kampf war nur kurz, denn mein Herz sagte mir: „Die Liebe hat ihre eigenen Regeln.“ Mike besuchte mich und meine Entscheidung war richtig. Wir erlebten ein Wochenende, wie ein zusammengeschmolzener Traum. Kurz danach erschien Johannes wieder.

SehnSUCHT nach … beiden.

Glück, Freude und Lust spüren,
Gänsehaut.
… den Verstand sie raubt.

Herz und Atem rasen heftig,
die Augen strahlen.
… der Verstand leidet Qualen.

Leben, lieben wollen,
Sehnsucht stillen.
… gegen des Verstandes Willen.

Miteinander verschmelzen,
eins werden.
… der kontrollierende Verstand muss sterben.

Dem Herzen, dem Lustgefühl folgen.
Gut oder schlecht?
… manchmal hat der Verstand NICHT recht.

 

Lara: „Mike besuchte mich noch ein zweites Mal. An einem Wochenende da Nikolaus war. Er war irgendwie mein persönlicher Nikolaus. Wir verbrachten eine erneut traumhaft schöne intensive Zeit miteinander. Diese zwei langen Wochenenden waren noch tiefer als unsere ersten Liebesnächte - Jahre zuvor, weil ich frei war von Schuldgefühlen. Es ging fast schon erschreckend tief.  Johannes suchte auch wieder meine Nähe und da hatte ich dann zwei Männer gleichzeitig in meinem Herzen. Der Eine der mich mit Liebe, Wärme, Geborgenheit und sinnlicher Sexualität beschenkte, ohne etwas von mir zu erwarten und der andere, der ein Feuer in mir entfachte, welches kaum zu löschen war und der mich auf andere Weise lebendig fühlen ließ. Wie sollte das enden? Ich wusste es nicht und es zeigte sich von alleine, weil beide Männer flohen und mich dadurch erkennen ließen, dass ich selbst noch Angst hatte mich ganz und gar einzulassen. Doch wie war es mit Mike? Wie sollte ich DAS beschreiben?“

 

Mann und Frau nehmen sich bei der Hand.

Er öffnet ihr die Tür zum Wunderland.

Voll Vertrauen betritt sie mit ihm das ihr fremde Gebiet

und sie staunt was sie hier alles fühlt und sieht.

Mit entzücktem Blick stellt sie fest, ihr sind Flügelchen gewachsen,

ein Elfchen war sie, gar nicht mehr erwachsen.

Und er, er war der Peter Pan,

strahlend schaut er sie einfach nur an.

Gemeinsam entdecken sie das Land in dem Milch und Honig fließt,

während seine, ihre Hand umschließt.

Dann setzen sie sich nieder, erzählen und lachen,

klären liebevoll die Vergangenheit und dann sehen sie einen „Feuerdrachen“.

Er haucht sie mit einem Zwinkern an

und sie verwandeln sich wieder in Frau und Mann.

Der Feueratem des Drachen durchflutet sie, dringt tief ein in Herz und Unterleib,

Feuer und Hitze machen sich in ihnen breit.

Dicht drängen sich ihre Körper aneinander. Sie küssen sich ganz eng umschlungen.

Süß schmecken die Lippen und nach Atem wird gerungen.

Das Blut in den Adern feurig fließt,

während die Liebe sich über die beiden ergießt.

Sie tauchen ein in ihre Welt,

die WUNDER-sames für sie bereithält.

 

Wenige Tage nur gab es diese Welt für die Zwei,

alles anderes war so einerlei.

So vieles gab es hier zu entdecken,

sie gingen Wunder für Wunder wecken.

 

Dann nahm er sie erneut bei der Hand und

öffnete den Ausgang vom Wunderland.

Sie schauten sich an, es war Zeit für ihn zu gehen.

Doch er sagte beim Abschied: „Du wirst mich SICHER wieder sehen.“

 

Sie stand nur da

und hoffte seine Worte würden wahr.

Ihr Herz aber sagte leise zu ihr: „Er wird gehen und

Es wird sehr lange dauern, bis zum erneuten Wiedersehen.“

 

 

Lara: „So erkannte ich, dass die beiden Männer in meinem Leben und in meinem Herzen, mir ein Spiegel meiner eigenen Ängste waren. Noch immer schaffte ich es nicht, emotionale Nähe mit sanfter liebevoller Sexualität & leidenschaftlich feurige Sexualität in einem oder anders … mit einem Mann zu leben. Ich war wieder alleine und hatte viel Zeit mich weiter selbst zu entdecken. Aber vor allem wollte ich mich und meinen Körper endlich wirklich kennenlernen. Es war mir wichtig zu wissen, was dieser braucht und mag, damit ich Mann zeigen und sagen kann, was mir guttut. Und das konnte ich nur mit mir selbst erfahren und das, was ich mit mir erlebte war wundervoll. Irgendwie fühlte es sich an, wie ein Aufblühen und sofort kam zu mir die Orchidee. Ich wusste nicht, warum ich ausgerechnet sie wählte.“

 

Eine Orchidee ist eine exotische Blume, welche sich von anderen unterscheidet. Ihre Symbolik ist: „Du bist verführerisch, klug, anmutig, traumhaft schön und rein.“ Sie steht auch für die „Liebe“. Und hier dachte ich mir, wir sollten alle die Orchidee in uns wiedererwecken.

Orchidee heißt aber auch = Orchis = griechisch / Hode … lateinisch/ Vagina. So steht sie für die Vereinigung des Weiblichen und des Männlichen und somit des inneren Paares. Vereinigung von leidenschaftlicher Sexualität und Liebe. Und so waren meine Gedanken: „Wenn Frau die Symbolik der Orchidee in sich fühlt, benötigt sie nicht die Bestätigung von Mann im Außen.“


Lust - unabhängig von Mann.

Ein sanftes Lächeln entsteht in meinem Gesicht,
wandert weiter,
landet in meinem Herzen.

Erinnerungen tauchen auf. Bilder wie ich einst war und was ich heute bin,
wandern weiter,
landen in meinem Herzen.

Ein sanftes Kribbeln, wird zu Gänsehautschauern,
wandern weiter,
landen in meinem Herzen.

Wärme breitet sich aus, in meinem Herzen,
wandert weiter,
landet in meinem Unterleib.

Lust spürbar - überall.
Braucht nicht mehr wandern.
Herz und Unterleib sind "Eins".


mit mir alleine ...

 

Lara: „So vergingen einige Lehrjahre, in denen ich sehr viel über mich, meine Ängste, meine Weise zu lieben, meine Weiblichkeit und meine Sexualität erfuhr. Intensive, bewegende, aufregende und glückliche Jahre, mit Höhen und Tiefen. Ich blieb mir immer mehr selbst treu, wenn das manchmal auch nicht einfach war. Meine damaligen Affirmationen waren:

 

„Meine Reinheit konnte mir durch den Missbrauch nicht genommen werden, denn mein Herz ist Liebe und Liebe ist „rein“.“

„Statt Scham zu empfinden, bin ich lieber unverschämt  - denn das kommt aus der Tiefe meines Unterleibs, meines Bauches, aus dem all meine Lebendigkeit wie ein Quell hervorsprudelt und gelebt werden möchte.

„Ich bin klug und schön, so wie ich bin, mit allem, was ich bin. Ich weiß das und brauche keine Bestätigung mehr von Außen.“

„Ich bin „Liebe“ & „Liebe ist“ & „Liebe will fließen“.

 

Tief berührt mich Erlebtes noch immer.

So viel Tränen hatte ich schon geweint.

Manchmal dachte ich: „Kommt es noch schlimmer?“

Doch das Herz wurd danach immer weit!!!

 

Jede Träne, die ich vergoss,

machte Platz in meinem Herzen.

Welches einst ich fest verschloss,

weil ich nicht fühlen wollt die Schmerzen.

 

Heute weiß ich es war gut,

diesen Weg zu gehen.

Dankbar für meinen Mut,

der mich vieles ließ verstehen.

 

Weich und warm durchströmt es meinen Körper heute.

Sanftheit und Kraft laufen Hand in Hand.

Gänseschauerwellen - oh welch Freude,

Sonne und Mond verbindet ein Liebesband.

 

So reise ich in der Nacht zur Mondin hinauf,

begrüße meine Begleiterin voll Vertrauen.

Erhalte meine Träume und reise wohlauf

zurück gen Erde, um dann zu schauen,

 

wie ich am Tag mit der Kraft der Sonne,

die Träume Realität werden lass.

Genieße dabei voller Wonne,

das Leben, das mich nun glücklich macht.

 

Liebe, Vertrauen und Hingabe,

hineingeben in das, was ich erschaffen will.

Das ist meine Lebensaufgabe.

Das ist nun mein neues Ziel.

 

Weitere Tore werden aufgeh`n,

und ich werde sie durchschreiten.

Ich werde den schönsten Regenbogen seh`n,

und er wird mich in meine Zukunft begleiten.

 

DER WEISSE LÖWE …

 

Im Traum heute Nacht erschien er mir,

groß, majestätisch in seiner ganzen Pracht.

Wer? Ja ich sage es dir,

ein „weißer Löwe“ strahlend vor Macht.

 

Er ruhte in sich, war Gelassenheit pur.

Kraftvoll und still stand er da, ganz bei sich.

Ich fragte mich: „Was will er nur?“

Er und ich, hier - von Angesicht zu Angesicht?

 

Doch dann, sein Blick,

es flutete in mich hinein:

„Bleib im Auge des Hurrican,

…mit dir allein.“

 

Im Zentrum des Sturmes liegt Weisheit und Kraft.

Beobachte und warte erst einmal ab.

Handle dann wenn noch Bedarf, aus deiner Mitte, was Liebe erschafft.

Sag aus vollem Herzen, JA, zu dieser deiner Kraft.

 

Lass deine innere Sonne erstrahlen, mit der Kraft des Löwenherz,

glaube an dich, sei authentisch ganz und gar.

Ist das Feuer der Wahrheit entfacht, bereinigt es viel Schmerz,

sei weiter mutig, offen, du selbst, dann zeigt sich dein Weg ganz klar.

 

Majestätisch schritt er von dannen, ich schaute ihm nach.

Erwachte aus diesem Traum und das Erlebte wirkte weiter.

Nun weiß ich „er“ ist bei mir, in der Nacht und am Tag.

Die Tarotkarte „Kraft“ ist ab jetzt mein Begleiter.



Lara: „Weitere Jahre vergingen, in denen ich mich darin übte, anzuerkennen, dass das Leben immer Wandel ist. Es ist ein werden und vergehen, stets aufs Neue. Ich lernte mit den Tiefen, den Abschieden und dem Schmerz umzugehen. Sie gehörten dazu, zum Leben. Traurigkeit behinderte mich nicht mehr daran, auch das Glück in dieser Zeit zu genießen. Glück und Schmerz, gaben sich die Hand. Beide durften sein - gleichzeitig. Ich erkannte immer schneller die Themen, die sich zeigten und da ich wirklich meinem Bauchgefühl und meinen Träumen vertraute, war ich immer schneller durch die Prozesse durch, um das Glück vollständig zu genießen und die Geschenke des Lebens anzunehmen.

 

Lang war der Weg,

der mich Vertrauen lehrte.

Lang war der Weg,

der mich Hingabe lehrte.

Lang war der Weg,

der mich lieben lehrte.

 

Lang war der Weg,

gepflastert von Leid.

Ein Meer von Tränen habe ich geweint,

drohte schier darin unterzugehen,

um dann eines Tages zu verstehen,

ich muss mich nur treiben lassen,

den Schmerz fühlen und ins Leben Vertrauen fassen.

Es braucht nur die Hingabe, an das, was ist.

Die Hingabe an das, was du in diesem und in jedem Augenblick bist.

 

Lang war der Weg,

auch gepflastert mit Momenten des Glücks.

Habe den Himmel auf Erden gelebt,

und nicht gewollt, das es vergeht.

Um dann eines Tages zu verstehen,

das Leben ist nicht festhalten,

sondern „werden und vergehen“.

Es braucht nur die Hingabe, an das, was ist.

Die Hingabe an das, was du im hier & jetzt bist.

 

Alles was ich erfahren durfte, hatte seinen Sinn.

Es führte mich hin zu dem: „Ich bin.“

 

Ich bin … nun … bereit vertrauensvoll mit dem Leben und der Liebe zu fließen, so wie es sich mir zeigen mag.

Ich bin … nun … bereit Freundschaft mit der Hingabe zu schließen, welche so viel mehr als Kontrolle vermag.

 


Und hier zum Abschluss noch ein Gedicht von mir. Ich traute mich auch einmal :-) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


DEMUT


Sanft sinkt mein Kopf hernieder, tiefer und tiefer,

lässt sich nicht halten, möchte sich verneigen,

vor der tiefen Wahrheit des Herzens.

 

Sanftheit und Frieden finden ihren Weg,

machen das Herz weit und den Körper weich.

Der Verstand hört auf zu kontrollieren,

Gefühle beginnen zu fließen.

 

Tränen des Schmerzes und der Erkenntnis, strömen und strömen,

lassen sich nicht mehr halten, möchten geweint werden,

aus den unendlichen Tiefen der Seele.

 

Vertrauen und Liebe finden ihren Weg,

machen das Herz weiter und den Körper weicher.

Der Verstand verneigt sich,

Gefühle gewinnen an Kraft.

 

Knie beugen sich, mehr und mehr,

lassen sich nicht halten,

möchten niederknien,

vor der eigenen Seele.

 

Demut findet ihren Weg,

macht das Herz unendlich weit und den Körper unsagbar weich.

Ich verbeuge mich …

vor der Unendlichkeit des Seins.

 

 ENDE